ALBUM DESTINATION – Entstehung und Hintergründe

Die Motivation für ein neues Album kam zu Beginn des Frühjahrs 2021. Der Gedanke an meinen nahenden 60. Geburtstag im Oktober und die Frage „was habe ich bisher geschafft, was kommt noch?“ lagen in der Luft. Die klare Ansage meines Duo-Partners Mike Furtwängler „wenn nicht jetzt, wann dann!?“ führte letztlich zu der Entscheidung, an die Arbeit zu gehen.
Und in der Tat: Was ohne die Corona-Krise vermutlich nicht möglich gewesen wäre, dafür bestanden jetzt Ruhe und Gelassenheit – zwei wichtige Voraussetzungen für dieses Projekt.

Insofern hatte die über 20 Monate währende Zwangspause mit einem hohen Verlust von Auftritten und Umsatz als hauptberuflicher Event-Musiker ihr Gutes: Zeit zum Innehalten
und für eine Bestandsaufnahme.

Die Grundidee war, eine Art Querschnitt durch mein Schaffen als Songwriter über die letzten ca. 30 Jahre zusammenzustellen, zum größten Teil mit bisher unveröffentlichtem Material. Herausgekommen ist ein Album mit 13 Songs, der älteste von 1988, der jüngste von Januar 2021. Alle wurden zwischen April und August 2021 in meinem Studio in Freiburg-Waltershofen neu aufgenommen oder ergänzt und verfeinert. Symbolisches Erscheinungsdatum: 6.10.2021.

Erstmals spielte ich bei einem Album alle Hauptinstrumente selbst ein (Schlagzeug, Bass, Gitarren, Percussions, Piano/Orgel). Nach über 12 Jahren als Event-Musiker auf unzähligen Bühnen entstand so ein Back-to-the-roots-Gefühl, eine Rückkehr zu mir selbst und zu meinen eigenen „Babies“. Bis auf den letzten Song des Albums (Last Goodbye) führten mich alle anderen in teilweise fast vergessene Episoden und Lebensabschnitte und zu der Erkenntnis, dass ich bis dato ein höchst ereignisreiches und mit viel Glück gesegnetes Leben in Gesundheit, Selbstbestimmung und weitestgehender Freiheit führen durfte. Und ich spürte, dass ich mit der Auswahl der Stücke wieder mal meine wichtigsten Ziele erreicht hatte: Zeitlosigkeit und Unabhängigkeit von irgendwelchen Trends sowie vor allem eine Wirkung der Songs auf Herz und Geist.

Nachdem nämlich im August die Songreihenfolge für die CD feststand, erkannte ich einen erstaunlichen „roten Faden“ durch die Texte, unabhängig vom großen zeitlichen Unterschied zwischen deren Entstehungsphasen. Völlig unbeabsichtigt erscheint es so, als würde jeder Song mit einem Schlüsselwort oder einer Passage auf einen anderen hinweisen. Offenbar gibt es trotz zahlreicher existenzieller Veränderungen über die letzten 3 Jahrzehnte hinweg eine Konstante: Die fortwährende Auseinandersetzung mit den großen Themen des Lebens. So nimmt das sich mit zunehmendem Alter verstärkende Thema „Dasein und Vergänglichkeit“ wie schon beim Album POP GALLERY 2004 einen großen Platz ein. Mit den Stücken BLOOD BETWEEN THE LINES (1988) und ON THE WATER (1995) sind 2 Songs vertreten, die aktueller nicht sein könnten. Sie handeln -kurzgefasst- von Krieg und Vertreibung, Zerstörung von Existenzen und der Erkenntnis, dass der Mensch offenkundig nicht in der Lage ist, sich ohne Blutvergießen weiterzuentwickeln. Eine anscheinend endlose Geschichte.

Meine Gedanken waren insbesondere in der Endphase der Produktion im August bei der afghanischen Aktivistin Laleh Osmany und ihren Mitstreiterinnen. Laleh war kurz vor der Machtübernahme der Taliban in einer deutschen Reportage zu sehen und sprach ihre Todesangst aus. Dank Instagram stehe ich seit einigen Wochen mit ihr in Verbindung und kann ihr Mut zusprechen. Ihre Freude war groß, dass ich ihr und allen mutigen Frauen & Mädchen in Afghanistan einen der Songs widmete. (siehe Booklet)

Geradezu sensationell war, Ende 2020 zu erfahren, dass hier in FR-Waltershofen nur zwei Häuser entfernt ein junges Gesangstalent schlummerte: Anthea Kassa.
Als es ab Mai an die Chorstimmen für das Album ging, wurde klar: Diese feine und relaxte Stimme wird nicht nur bei einem Song zu hören sein. Und so wurde Anthea ein wesentlicher Baustein bei der Veredelung der Gesangsspuren. Was für ein Glück.
Ebenso glücklich schätzen konnte ich mich, meinen ehemaligen Gitarrenschüler und jetzigen Wegbegleiter Mike Furtwängler jederzeit als präzisen Kritiker und Ideengeber neben mir zu wissen. Einige seiner kreativen Arrangement-Ideen und vor allem Anregungen beim Mixen („Also, wenn du mich frag’sch – ich würd das weglassen!“ – „Den Gesang komplett trocken, bloss kein Hall oder Echo drauf!“) habe ich zu seiner Freude umgesetzt. Somit trägt das Album in bestimmten Passagen auch Mikes Handschrift.

Meine Empfehlung: Nehmt Euch ein bisschen Zeit. Gemütlich auf ’s Sofa oder in den Sessel, ein Glas Wein und das Album mit Kopfhörer durchhören. So könnt ihr die zahlreichen feinen Details entdecken, die ich an vielen Stellen links oder rechts im Panorama mit eingebaut habe.

Die Hintergründe zum jeweiligen Song findet Ihr auf einer Extra-Seite.

P.S.
Ein Hinweis zur Sprache, weil ich ab und zu noch gefragt werde, ob ich auch in Deutsch singe: Bekanntermaßen bin ich schon seit 1978 als Songwriter mit Texten in ENGLISCH aktiv. Lediglich für das 3. Album „Die Sonne.Die Wärme.Das Licht.“ 2009 bediente ich mich meiner Muttersprache, wurde jedoch nie wirklich warm damit. Zu international ist schon seit der Jugend sowohl privat wie auch als Live-Musiker meine Ausrichtung, zu groß die Liebe zu anglo-amerikanischem Songwriting. Entsprechend länderübergreifend möchte ich das Album mit den neuen weltweiten Online-Möglichkeiten vermarkten. Seit 2017 bin ich dank meiner Internationalität bei AmaWaterways Rivercruises (Los Angeles) als Music-Entertainer für rein amerikanisch-canadisches Publikum unter Vertrag. Die dabei gewonnenen Kontakte möchte ich ebenfalls nutzen, die Weltsprache Englisch ist hierzu Pflicht. Auch stehen mir seit 26 Jahren mit David Auten und seit 3 Jahren mit James Thompson zwei US-amerikanische Freunde als Lektoren und Tippgeber zur Verfügung. Vor allem James Thompson (Sylvania/Georgia) war mir bei diesem Album eine große Hilfe, wenn es um entscheidende Details ging. Ein echtes Geschenk, ihn an meiner Seite zu wissen.